Investitionen in Deutschland mit einer GmbH als Rechtsform

 

Die Errichtung einer deutschen GmbH als Gesellschafter oder als geschäftsführender Gesellschafter hat gegenüber anderen Gesellschaftsformen in Deutschland in den letzten Jahren (Konjunkturpakete I und II) erhebliche steuerrechtliche und rechtliche Vorteile erfahren, die durch die Zielvorgabe für neue Investitonen auch durch ausländische Unternehmen motiviert waren.


Eine Modernisierung des deutschen GmbH-Rechts war einerseits durch den

-  Einfluß des Europäischen Gesellschaftsrechts (insbesondere der englischen Ltd.)

              sowie  der

-   Europäische Niederlassungsfreiheit


indiziert, nachdem die Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) maßgebliche Neubewertungen der jeweiligen nationalen gesellschaftsrechtlichen Statuten, u.a. zum


-         
Stammkapital,


-         
Niederlassungsfreiheit,


-         
rechtliche Anerkennung der GmbH in anderen EU-Mitgliedsstaaten

 


vorgenommen hatte, um den erheblichen praktischen Bedürfnissen eines dynamischen EU-Binnenverkehrs, aber auch den transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen Rechnung zu tragen.

 

Das nationale deutsche Gesellschaftsrecht hat diese europäischen Maßgaben im November 2008 integriert, sodaß sich die deutsche GmbH im europäischen, aber auch im anglo-amerikanischen Raum einer großen Beliebtheit als rechtlicher Rahmen für Investitionen rühmen kann.

 


Hinzu kommen die klassischen Aspekte, die für den Investitionsstandort Deutschland sprechen:


-       
hohe Steuer – und Rechtssicherheit,


-      
hervorragende Infrastruktur im Bereich Kommunikation und Transport,


-     
Lohnzurückhaltung der Tarifparteien im europäischen Vergleich und Arbeitsfrieden,


-      
niedrige Inflationsraten,


-      
stabiles Sozialversicherungssystem,


-      
regelmäßige Triple-A (AAA) Bewertung durch die maßgebenden Rating-Agenturen,


-      
hohes Leistungs – und Qualitätsniveau in sämtlichen


    Dienstleistungs – und Industriebranchen sowie Produkten


-      
Exportüberschuß trotz relativ hohen Preisniveaus


-      
Traditioneller Handelsbilanzüberschuß in der Außenwirtschaft


-       
hohes Bildungs – und Sprachniveau.

 


Die wirtschaftlichen Rahmendaten für Investitionen in Deutschland mittels einer GmbH sind daher perspektivisch sehr günstig und zuverlässig. Dies gilt insbesondere in finanz – und wirtschatlich volatilen Zeiten (Finanz – und Eurokrise, Rettungsschirm EFSM).

Steuerrechtlich sind für die Rechtsform einer GmbH im Zuge der Unternehmenssteuerreform 2008 erhebliche Vorteile in Kraft getreten, die auch einem amerikanischen Anteilseigner und Geschäftsführer zu Gute kommen.

 



Zum einen wurde der


Körperschaftssteuersatz für die GmbH von 25 % auf 15 % reduziert
,


wodurch die Belastungen der Doppelbesteuerung auf der (1.) Ebene der Körperschaft und der (2.) Ebene der Anteilseigner (Gewinnausschüttung) stark gemilder und kompensiert wurde.



Weitere, die GmbH betreffende Steuerarten sind die Umsatzsteuer und die Gewerbesteuer.



Bzgl. der Besteuerung der Kapitalerträge, sprich: jährliche, nicht thesaurierte Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter (2.), wurde die

 


Abgeltungssteuer (flat-tax) iHv. 25 % eingeführt,

 


die gerade bei hohen Ausschüttungen damit
ebenfalls weit unterhalb des Spitzensteuersatzes der anderen Einkunftsarten iHv. bis zu 45 % liegt.


Weitere Vorteile ergeben sich durch das Teileinkünfteverfahren.

 


Die Frage der Zuordnung der nationalen Besteuerung der

- ausgeschütteten Dividenden,

- Zinsen,

- Veräußerungsgewinnen,

- Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (eines geschäftsführenden Gesellschafters) etc. pp.

ergibt sich aus den tatsächlichen und rechtlichen Verhätlnissen innerhalb der GmbH (Stimmrecht und Anteile) sowie den einschlägigen Zuordnungsprinzipien des Doppelbesteuerungsabkommen USA – Deutschland.



Mit entsprechender steuer – und gesellschaftsrechtlicher Beratung, Optimierung und Gestaltung einer GmbH für Gesellschafter und (zumeist angestellte) Geschäftsführer lassen sich daher erhebliche steuerbegünstige Konstellationen darstellen.


Dies betrifft auch die Bereiche der Zinschranken mit Freigrenzen und der mittlerweile aufgehobenen Regelung der Gesellschafter-Fremdfinanzierung.



Diese Neuregelungen haben sich auch positiv auf das Doppelbesteuerungsabkommen USA-Deutschland ausgewirkt, um eine Investitionsbereitschaft zu initiieren.

 

Vor weiteren Schritten zur Gründung und nachfolgenden Investitionen in Deutschland ist eine steuer – und rechtliche Beratung und Begleitung dingend anzuraten, da neben den anzuwendenden Steuer – und Rechtsnormen auch die Kenntnis und der Umgang mit der Praxis der Behörden und entsprechende professionelle Kommunikation für den Erfolg von entscheidender Bedeutung sind.

 
 
Berlin, 21.05.2012
 

Bastian A. Rohlffs




Copyright, 2012